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Fahrkartenverkäufer Jürgen Karbe und ein älterer Bahn-Kunde aus Letmathe sind gleichermaßen begeistert von der großen Dampflok. Die Wand neben der Treppe zur Unterführung ist nicht wieder zu erkennen.

Iserlohner Kreisanzeiger - 06.06.2001

Grelle Graffiti erfreuen Bahnkunden

Unterführung auf dem Bahnhof Letmathe zu Pfingsten künstlerisch neu gestaltet.

Letmathe. Die Unterführung unter den Bahnhofsgleisen in Letmathe, bislang eine triste Betonröhre, die man nicht gerade mit Wonne durchquert, präsentiert sich seit Pfingsten mit einem neuen Gewand. Die Iserlohner Graffiti-Künstler Thomas Frankenberg und Christoph Kohl haben sie im Auftrag der Bahn AG mit bunten Acryllack-Bildern und Schriftzügen im Graffiti-Stil bemalt.
Die groß dimensionierten Abbildungen handeln überwiegend vom Bahnhofsleben: Von der Dampflok über die Frau, die ihren Koffer schleppt, bis zum Bahnhofsbediensteten reicht die Wahl der Motive. Außerdem sieht man die Sauerländische Hügellandschaft. In Riesenbuchstaben, die sich über die gesamte Breite des Durchganges erstrecken, wird der Passant mit den Worten "Willkommen in Letmathe" begrüßt. Außerdem sind Hinweise, wo es zum Bahnhof und zu den Bahnsteigen geht, informativ in Graffiti eingearbeitet.
Jeder der beiden Künstler von der Graffiti-Galerie Iserlohn hatte am Pfingstsamstag und Pfingstmontag rund 15 Stunden mit der Sprühpistole in der Unterführung gearbeitet. Dabei wurden sie von einigen Helfern unterstützt. Am kommenden Wochenende will die Künstlergruppe ihr Werk vollenden.
Die Anregung zu dieser Aktion ging sowohl von der Bahn AG als auch von der Fahrkartenverkaufsagentur im Letmather Bahnhof und der Stadt Iserlohn aus. In der Vergangenheit waren die Wände der Unterführung immer wieder durch hässliche Schmierereien verunziert worden. Dagegen half nur noch Übertünchen. "Doch das bringt nichts, die Sprayer warten nur darauf, um erneut zuzuschlagen", erläutert Jürgen Karbe von der Verkaufsagentur.
Die Graffiti-Galerie Iserlohn, die schon viele triste Betonflächen im Märkischen Kreis verziert hat, bot sich schließlich an, die Bahnhofsunterführung für 6.000 Mark mit attraktiver Graffiti-Kunst neu zu gestalten. Und der Chef dieser Firma, Dirk Kreckel, ist ganz sicher, dass diese neuen Wandgemälde garantiert nicht mehr von Schmierfinken verunstaltet werden. "Die illegalen Sprayer respektieren professionelle Graffiti-Kunst", erläutert er. "Von den zahlreichen Objekten, die wir in den vergangenen eineinhalb Jahren bemalt haben, ist noch keines übersprüht worden."

Farbenfroh und wohlriechend
Die Bahnreisenden reagierten zumeist angenehm überrascht von den Graffiti, wie eine kleine Umfrage gestern auf dem Bahnsteig ergab.
"Eine gute Idee, da wird auch Nostalgie wieder lebendig", zeigte sich ein Rentner aus Letmathe insbesondere von dem Riesen-Dampflok-Bild begeistert.
"Sehr schön, nicht so einschläfernd wie weisse Wände", meinte ein 30-jähriger Lackierer aus Hohenlimburg. "Da ist man doch morgens gleich viel besser gelaunt."
"Und es riecht auch viel angenehmer", stellte ein 31-jähriger Student aus Germersheim fest, der seine Eltern besucht hatte.
Eine 39-jährige Referentin aus Bonn lobte die Farbenfreude und "den informativen Charakter" der Wandgemälde.
"Fragt sich nur, wie lange das so bleibt", meinte dazu eine 29-jährige Lehrerin des Gymnasiums Letmathe sorgenvoll.
Ein Rentnerpaar aus Lethmathe, dass zu den eifrigsten Stammkunden der Bahn zählt, pflichtete in diesem Punkt bei: "Hoffentlich bleibt uns die Unterführung so recht lange erhalten."

Graffiti-Galerie - Dirk Kreckel  | info@graffiti-galerie.de